Einlagensicherung beim Tagesgeld

Seit der Insolvenz der amerikanischen Bank Lehmann-Brothers, durch die eine internationale Finanz- und Wirtschaftskrise ausgelöst worden war, ist auch deutschen Verbrauchern wieder verstärkt ins Bewusstsein gedrungen, dass die einer Bank anvertrauten Ersparnisse durchaus durch Zahlungsunfähigkeit des Institutes verloren gehen können. Die im Herbst 2008 von der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem damaligen deutschen Finanzminister ausgesprochene Garantie für alle Spareinlagen deutscher Bürger konnte zwar Panikreaktionen verhindern, war jedoch, wie spätestens seit der Insolvenz der NOA Bank bekannt ist, nur auf die damalige Situation bezogen und ist nicht tauglich als dauerhafte Einlagensicherung.

Wer beabsichtigt, sein Erspartes einer Bank als Tagesgeld anzuvertrauen, kann für dieses Einlage derzeit Tagesgeld Zinsen in Höhe von bis zu 2,22 Prozent erhalten. Top-Anbieter mit teilweise deutlichem Abstand zu den anderen Marktteilnehmern sind die schwedische Ikano-Bank und die schottische Bank of Scotland, doch zu dem Vorteil der hohen Zinsen kommt bei beiden Spitzenanbietern der Nachteil einer beschränkten Einlagensicherung. Neben dem Zinssatz sollte deshalb bei jeder Anlage auch die Sicherheit ein wichtiges Auswahlkriterium sein.

Grundsätzlich werden bei Anbietern in Deutschland drei verschiedene Systeme unterschieden: Für alle der EU zugehörigen Staaten verbindlich ist die gesetzliche Einlagensicherung, die derzeit Beträge bis zu Euro 50.000 garantiert (bei der Bank of Scotland alternativ GBP 50.000, maßgeblich ist der jeweils höhere Betrag in Euro). Die Niederlande haben diese Grenze bei Euro 100.000 gezogen, in Frankreich sind Beträge bis zu Euro 70.000 garantiert. Vorgesehen ist zum 01.01.2011 die Anhebung des Mindestgarantiebetrages in allen EU-Ländern auf Euro 100.000.

Die meisten deutschen Banken gehören darüber hinaus freiwilligen Einlagensicherungssystemen an. Eine direkte Einlagensicherung bietet der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes der deutschen Banken, dem fast alle deutschen Privatbanken angehören. Durch den Einlagensicherungsfonds werden die Spareinlagen jedes Kunden in Relation zum Eigenkapital geschützt. Die dadurch entstehenden Garantiebeträge liegen im mehrfachen Millionenbereich und bedeuten eine in der Regel betraglich mehr als ausreichende Sicherheit. Es gibt allerdings Banken, die diesem System nicht angehören; eine davon ist beispielsweise die SWK Bank.

Die Gruppe der Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie für die der Sparkassen und Landesbanken unterhalten indirekte Sicherungssysteme; indem sie sich verpflichten, keines der angeschlossenen Institute in die Insolvenz gehen zu lassen, sind die Tagesgelder bei diesen Instituten faktisch unbegrenzt geschützt. Alle wichtigen Informationen zur Einlagensicherung entnehmen SIe jedoch bitte vor Abschluss eines Tagesgedkontos den Informationsseiten der jeweiligen Bank.

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