Was bedeutet Einlagensicherung beim Tagesgeld?

Gerät eine Bank in eine finanzielle Schieflage, sind auch die Gelder der Anleger grundsätzlich gefährdet. Damit die Anleger gegen Verlustrisiken geschützt sind, wurde die so genannte Einlagensicherung entwickelt. In Deutschland besteht aktuell einerseits eine gesetzliche Einlagensicherung bis zu einer Summe von 100.000 Euro pro Kunde. Darüber hinaus beteiligen sich die meisten Institute über die Branchenverbände an freiwilligen Fonds, die zum Teil auch in Millionenhöhe gegen Ausfälle absichern.

Die internationale Finanzkrise hat gezeigt, dass auch große Bankenhäuser nicht grundsätzlich gegen wirtschaftliche Einbußen oder gar Unternehmenspleiten geschützt sind. Die Folge einer Insolvenz wäre unter normalen Umständen, dass die investierten Gelder der Kunden verloren gehen könnten, wenn die Bank keine ausreichenden Mittel mehr zur Deckung der erbrachten Einlagen hat.

Um Anleger vor derartigen Konsequenzen zu schützen gibt es in den allermeisten Ländern gesetzliche Regelungen. In diesen legen die Gesetzgeber bestimmte Richtlinien fest, um für den Ernstfall vorzusorgen. Innerhalb der Europäischen Union etwa werden Vorgaben zur Einlagensicherung über EG-Richtlinien vorgeschrieben. So sind Anlegergelder von gesetzlicher Seite bis zu einem Maximalbetrag von 100.000 Euro pro Kunde sicher.

Erst im vergangenen Jahr hat der deutsche Gesetzgeber die neuen Anforderungen umgesetzt und eine Anhebung der vormaligen Einlagensicherung mit einer Obergrenze von 20.000 Euro auf nunmehr 50.000 Euro vorgenommen. Zum Jahreswechsel 2010/2011 wird dieser Wert erneut auf später 100.000 Euro aufgestockt, um für kommende Krisenzeiten entsprechenden Anlegerschutz zu schaffen. Die Einlagensicherung sieht auch einen zeitlichen Rahmen für die Erstattung der Kundengelder vor. So müssen die Banken nach maximal 30 Tagen zahlen.

Zusätzlich zur gesetzlichen Regelung der Mindest-Einlagensicherung haben die verschiedenen deutschen Bankenverbände ihrerseits eigene die Einlagensicherungsfonds entwickelt, die auf freiwilliger Basis ergänzende Sicherheit oberhalb der staatlichen Regelung und in Anbindung an die gesetzliche Haftung haften.

Bei Privatbanken in Deutschland liegt der maximale Betrag über den freiwilligen Sicherungsfonds bei 30 Millionen Euro pro Kunde. Allerdings gilt diese Regelung nur dann, wenn im Fonds selbst ausreichende Rücklagen aufbewahrt werden. Im Falle einer Welle von Bankenpleiten heißt dies im Klartext: Wer zuerst kommt, hat höhere Chancen auf 100%ige Rückzahlung seines investierten Kapitals.

Anleger müssen die garantierte Einlagensicherung vor allem dann im Blick haben, wenn sie etwa ein Tagesgeldkonto bei einer Bank eröffnen, die ihren Sitz zwar in der EU aber nicht in Deutschland hat. Viele ausländische Institute bieten keine ergänzende freiwillige Absicherung, so dass alle Summen über 100.000 Euro verloren sein können, sollte es zur Insolvenz der besagten Bank kommen.

Das Wichtigste zur Einlagensicherheit im Überblick:

  • Kundengelder innerhalb der EU gesetzlich bis 100.000 Euro garantiert sicher
  • Anhebung der Einlagensicherung 2011 auf 100.000 Euro pro Kunde
  • Banken bieten oftmals zusätzliche freiwillige Einlagensicherungsfonds über die verschiedenen deutschen Bankenverbände
  • Angebote ausländischer Institute sorgfältig prüfen, um kein Verlustrisiko als Anleger einzugehen
  • Gesetzgeber hat auch zeitlich klare Strukturen für Rückzahlungen der Kundengelder durch Banken und Kreditinstitute abgesteckt

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