Fremdwährungskonto – in fremde Währungen investieren

Was sind Fremdwährungskonten? Ein Ratgeber für Anleger

Fremdwährungskonten sind Konten, die nicht in der Währung des Heimatlandes des Kontoinhabers oder des Hauptsitzes eines Unternehmens geführt werden. Das Fremdwährungskonto muss dafür allerdings nicht bei einem ausländischen Bankinstitut eröffnet werden, sondern kann auch von einer inländischen Bank zur Verfügung gestellt werden.

Wie genau ein Fremdwährungskonto genutzt werden kann, hängt auch von der Art des jeweiligen Kontos ab. Als Geschäftskonto ist es in der Regel nicht möglich, Auszahlungen im Inland vorzunehmen, dafür sind Überweisungen und Geldeingänge mit einem herkömmlichen Giro- oder Geschäftskonto vergleichbar. Wird das Fremdwährungskonto hingegen als Geldanlage genutzt, ist es wesentlich verbreiteter, dass das Währungskonto ähnliche Konditionen wie ein Tagesgeldkonto aufweist. Auch Überweisungen sind hier dann häufig nur auf ein mit dem Währungskonto verbundenen anderen Konto beim gleichen Institut möglich. Deswegen lassen sich die meisten Angebote für Währungskonten auch hinsichtlich ihrer Zielgruppe unterscheiden. Wer das Währungskonto als Geldanlage nutzen möchte, achtet in der Regel eher auf die Zinsen und ist bereit, Einbußen bei Überweisungen in Kauf zu nehmen. Wer das Devisenkonto hingegen eher als Geschäftskonto nutzen möchte, kann auf Tagesgeldzinsen verzichten und bevorzugt günstige Konditionen bei finanziellen Transaktionen.

Währungskonto Vergleich

Währung S Broker
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Consorsbank
consorsbank-logo
maxblue
maxblue-logo
comdirect
Comdirect-logo
USD US Dollar + + + +
AUD Australischer Dollar + + + +
CAD Kanadischer Dollar + + + +
CHF Schweizer Franken + + +
CZK Tschechische Krone +
CNY Chinesicher Yuan
DKK Dänische Krone
GBP Britisches Pfund + + +
HKD Hongkong Dollar +
HUF Ungarischer Forint +
JPY Japanischer Yen + + + +
MXN Mexikanischer Peso +
NOK Norwegische Krone + + +
NZD Neuseeland Dollar +
PLN Polnischer Zloty + +
SEK Schwedische Krone + +
SGD Singapur dollar
TRY Türkische Lira + + +
ZAR Südafrik. Rand + + + +
Konto kostenlos kostenlos kostenlos kostenlos
Provision nein 19,95 € nein 1,0%
Marge ja* ja** nein nein
Devisenkurs Devisenmittelkurs €-FX-Referenzkurs Geld/Briefkurs Geld/Briefkurs
Fixing HSBC Trinkaus EuroFX® DB Fixing Commerzbank
Überweisungen in Devisen nein nein nein USD Konto weltweit
Kontoeröffnung über Depot, kostenlos*+* Depot,
kostenlos
Depot.
kostenlos
Währungskonto***
zur Bank
hier geht es zur Bank S Broker Consorsbank maxblue comdirect

Margen

*S Broker: USD 0,003, AUD 0,02, CAD 0,006, CHF 0,002, PLN 0,1, GBP 0,002, HKD 0,05, NZD 0,02, JPY 0,24, NOK 0,025,
SEK 0,03, TRY 0,02, ZAR 0,1
*+* kostenloses Depot bei mind. 1 Trade/Quartal od. mind. 10.000 Euro Vermögensstand + mind. 1 Euro Vermögen im Depot bei S Broker

** Consorsbank: USD: 0,003, AUD: 0,025, CAD: 0,006, DKK: 0,02, GBP: 0,002, HKD: 0,15, JPY: 0,36, NOK: 0,024, SEK: 0,024, SGD: 0,03, ZAR: 0,15, NZD: 0,028, TRY: 0,05. Powered by fremdwaehrungskonto.info

*** comdirect: Von einem US-Dollarkonto können Beträge weltweit transferiert werden

Eine Marge von 0,0030 beim USD bedeutet, dass die Bank 0,0030 beim Ankauf der Fremdwährung durch den Kunden (EUR Verkauf, USD Ankauf) vom Devisen(mittel)kurs abzieht und beim Verkauf (USD Verkauf, EUR Ankauf) aufschlägt. Powered by fremdwaehrungskonto.info

Der US Dollar ist begehrt

Fremdwährungskonten werden sowohl von den herkömmlichen Filialbanken als auch von Online Brokern angeboten. In der Regel werden vor allem die häufigsten Währungen abgedeckt, Exoten werden eher selten angeboten und sind eher bei Direktbanken zu finden. Derzeit sind vor allem US-Dollar, Britisches Pfund und andere Währungen aus Europa beliebt, sodass die meisten Banken Fremdwährungskonten für diese Devisen anbieten. Der US Dollar hat in den letzten Jahren deutlich gegenüber dem Euro aufgewertet.

EUR-USD-Kurs-Entwicklung-2012-2018, Der US Dollar ist als Währungskonto beliebt

Quelle: comdirect.de

Investoren, die Kapital auf ein Dollar Konto angelegt haben, konnten Gewinne im zweistelligen Prozentbereich erzielen. Da die amerikanische Notenbank im Dezember 2015 und 2016 die Zinswende vollzogen hat, könnte der US Dollar auch 2019 weiter zulegen. Eine weitere Zinserhöhung folgte im Dezember 2018, der US Leitzins steht nun bei 2,25 – 2,50%.

Die Kontoeröffnung ist oft mit der Eröffnung eines Girokontos oder Depots verbunden

Die meisten Banken fordern für die Eröffnung eines Währungskontos die Nutzung eines herkömmlichen Giro- oder Geschäftskontos. Bei Brokern kann es zudem notwendig sein, ein Wertpapierdepot zu eröffnen. Auf diese Weise können Kunden die Kontoführungsgebühren für das Währungskonto allerdings häufig bedeutend senken, sodass Zusatzkosten und der etwas größere Aufwand nicht ins Gewicht fallen. Inzwischen gibt es sogar Anbieter für Fremdwährungskonten, die keine zusätzlichen Kontoführungsgebühren erheben, sodass sich die Kosten für das Währungskonto fast vollständig auf die Wechselgebühren beschränken.
Zudem fordern inzwischen kaum noch Kreditinstitute von Privatkunden eine Mindesteinlage bei der Eröffnung des Fremdwährungskontos. Früher kam es vor, dass je nach Anbieter ein entsprechende Betrag sogar auf dem Konto verbleiben muss, solange es existiert. Wer das Fremdwährungskonto als Geschäftskonto oder für den Kauf von Wertpapieren in Fremdwährung nutzen möchte, sollte diesen Punkt deswegen besonders im Auge behalten, um den eigenen finanziellen Spielraum nicht überraschend eingeschränkt zu sehen.

Fremdwährungskonto als Anlagekonto

Mit einem Fremdwährungskonto auf Kursgewinne spekulieren Ein Fremdwährungskonto als Anlagekonto zu nutzen, ist vor allem in Zeiten des schwächelnden Euros für viele Anleger reizvoll. Sie können durch ein Währungskonto gleich auf zwei Arten profitieren: Zum einen winkt durch den Wechselkurs eine beträchtliche Rendite, zum anderen zahlen viele Anbieter für Fremdwährungskonten für Anleger wesentlich bessere Zinsen auf das Guthaben. Das liegt daran, dass sich die Zinsen für Fest- und Tagesgeld für den Euro auch am Leitzins der Europäischen Zentralbank orientieren. Für Währungen außerhalb der europäischen Wirtschaftsunion gelten somit andere Bedingungen. In Niedrigzinszeiten ist es deswegen besonders attraktiv, die Geldpolitik von Ländern, die den Euro nicht nutzen, zu verfolgen.

Anleger haben die Möglichkeit, Fremdwährungskonten bei ihrer Hausbank oder bei Direktbanken zu eröffnen. Sie sollten beim Vergleich der Anbieter für Währungskonten verschiedene Punkte beachten. Zum einen ist eine Einlagensicherung für das eingesetzte Kapital unerlässlich. Die Mindesteinlage unterscheidet sich zudem bei den verschiedenen Anbietern teils erheblich. Manche Fremdwährungskonten sind bereits ab 500 € Mindesteinlage erhältlich, bei anderen ist der zehnfache Betrag notwendig.

Die Zinsen sind natürlich ebenfalls ein bedeutendes Entscheidungskriterium. Hier kann es sinnvoll sein, auch die landestypischen Zinsen zu betrachten, um festzustellen, welche Angebote faire Konditionen bieten. Bei einigen Kreditinstituten und Währungskonten ist es zudem nicht möglich, täglich zu kündigen. Hier muss die Laufzeit bereits im Vorfeld festgelegt werden und ein flexibler Umtausch ist dann nicht möglich. Eine lange Laufzeit verbessert zwar die Zinskonditionen teilweise erheblich, allerdings schränkt es die Möglichkeiten auf wirtschaftliche oder politische Veränderungen zu reagieren, bedeutend ein. Anleger sollten sich deswegen darüber im Klaren sein, welche Form des Währungskontos für sie am besten geeignet ist und welche Voraussetzungen es erfüllen soll. Erst dann ist es überhaupt möglich, unterschiedliche Konditionen zu vergleichen.

Anleger sollten zudem auf eine sinnvolle Risikodiversifikation achten. Hierfür kann es sinnvoll sein, das verfügbare Kapital zu splitten und sowohl bei unterschiedlichen Banken als auch in verschiedenen Währungen anzulegen. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.

Einlagensicherung

Die Einlagensicherung für Fremdwährungskonten hat sich durch die Umsetzung der Europäischen Richtlinie der Einlagensicherungssysteme in deutsches Recht (03.07.2015 Einlagensicherungsgesetz (EinSiG)) deutlich zugunsten der Kontoinhaber verbessert: Seit Juli 2015 sind auch Guthaben auf Devisenkonten bis zu einer Höhe von 100.000 Euro gesetzlich geschützt: “ Erweiterter Entschädigungsanspruch

Die Einleger aller Kreditinstitute, einschließlich der Kunden von Sparkassen und Genossenschaftsbanken, haben nun einen gesetzlichen Anspruch auf eine Entschädigung von bis zu 100.000 Euro, wenn ihr Institut nicht mehr in der Lage ist, ihre Einlagen auszuzahlen. Dieser Anspruch schließt – anders als bisher – auch Konten ein, die auf die Währung eines Staates außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums lauten, wie zum Beispiel US-Dollar.“ Quelle: bafin.de

 

Literatur

Allgemein

DZ Privatbank – Währungsinformationen

Nord LB Economic Adviser

Anbieter

Berliner Sparkasse

Sparkasse München

Hannoversche Volksbank

Naspa

Raiffeisen

News

In den letzten Wochen beeinflussen die Notenbanken mit Ihrer Geldpolitik die Währungskurse sehr stark. Auch der drastische Rückgang des Ölpreises führt zu heftigen Reaktionen an den Devisenmärkten. Investoren mit Fremdwährungskonten benötigen starke Nerven, Intra-Week Schwankungen von 5% müssen beispielsweise beim USD EUR Paar ausgehalten werden.