Gehaltskonto

Was heute fast undenkbar ist, ein Leben ohne Gehalts- oder Girokonto, startete seinen Siegeszug erst zu Beginn der 60er Jahre. Bis dahin war es üblich, dass die Unternehmen die Löhne und Gehälter ihren Mitarbeitern noch in den klassischen Lohntüten aushändigten. Der Zahlungsverkehr war für private Haushalte auf die Begleichung der Rechnungen in bar reduziert. Die Unternehmen erkannten jedoch, dass die unbare Auszahlung der Gehälter deutlich weniger zeitintensiver war und die Banken sahen ein enormes Ertragspotenzial durch die Einrichtung von Girokonten für Privatpersonen. Heute funktioniert das Leben ohne Girokonto nicht mehr. Gleich, ob es um den Bezug von Löhnen, Renten oder Leistungen der öffentlichen Hand geht, die Begünstigten benötigen ein Gehaltskonto. Auch Flüchtlinge haben ein Anrecht auf ein Gehaltskonto

Die Alternative: Gehaltskonto mit > Tagesgeld

Bankdienstleistungen kosten Geld

Es versteht sich praktisch von selbst, dass die Kreditinstitute das Führen eines Gehaltskontos nur gegen die Entrichtung einer Gebühr umsetzten. Neben der Kontoführungsgebühr kamen dann mit wachsender Popularität der Euroschecks noch die Kosten für die Schecks sowie die Scheckkarte hinzu. Der Euroscheckvordruck verschwand erst wieder Anfang der 80er Jahre vom Markt, als das Electronic Banking Verfügungen nur noch mittels EC-Karte, der heutigen Bankcard, und vierstelliger Geheimnummer ermöglichten. Eine weitere attraktive Geldquelle für die Kreditinstitute erschloss sich mit der wachsenden Popularität von Kreditkarten. Das Plastikgeld, welches seinen Siegeszug aus den USA auch in Deutschland antrat, war natürlich ebenfalls mit Gebühren behaftet. Unter Marketinggesichtspunkten sehen die Banken und Sparkassen, gleich ob als Direktbank oder als Filialinstitut, das Gehaltskonto als Schlüssel für die Kundenbeziehung und als Drehscheibe des gesamten Geldverkehrs. Dabei werden jedoch deutliche qualitative und quantitative Unterschiede deutlich.

Direktbanken mit neuen Gebührenmodellen

Direktbanken ermöglichen das Banking ausschließlich online. Das ist soweit nachvollziehbar, als sie keine Filialen unterhalten. Die Onlineinstitute bieten ihren Kunden Kontopakete ohne Kontoführung mit kostenloser Kreditkarte an, eine für die Verbraucher äußerst attraktive Lösung. Nun sollte man als Verbraucher meinen, dass die Filialbanken, die immer noch eine Kontoführungsgebühr berechnen, diese durch ein Mehr an Service legitimieren – weit gefehlt. Auch hier gilt, dass die Kunden Verfügungen über ihr Gehaltskonto vorzugsweise online vornehmen möchten. Für diejenigen, welche das Online-Banking scheuen, stehen in den Filialen Serviceautomaten bereit, welche Ein- und Auszahlungen ebenso ermöglichen, wie das Einrichten und Ändern von Daueraufträgen.

Tipp: nutzen Sie unseren Tagesgeldrechner um höhere Zinsen für Einlagen als auf dem Gehaltskonto zu erzeilen.

Der Service vom Bankschalter, welcher eigentlich die Kontoführungsgebühren rechtfertigen sollte, wird an den Kunden zurücktransferiert – er wurde von den Instituten zu seinem eigenen Servicemitarbeiter ausgebildet. Das tägliche Leben macht es deutlich, an einem Gehaltskonto führt kein Weg mehr vorbei. Was bleibt, ist die Frage, wo ein Verbraucher sein Gehaltskonto einrichtet. Vergleiche zeigen, dass die Einsparungen, welche ein Wechsel zu einer Direktbank mit sich bringt, leicht die 100-Euro-Marke übersteigen können. Niemand überweist einer Reinigung Geld dafür, dass er seine Hemden selbst bügelt. Warum sollte also ein Bankkunde für sein Gehaltskonto eine Gebühr entrichten, wenn er alle Tätigkeiten, die damit einhergehen, selbst ausführen muss?

Literatur:

Bezüge bei Trennungsgeld – Abweichung einer Bankverbindung vom Gehaltskonto

Rheinland Pfalz – auch Flüchtlinge brauchen ein Gehaltskonto

Schulministerium Nordrhein Westfalen: Vorbereitungsdienst – Die Zahlung der Anwärterbezüge und ggf. des Kindergeldes erfolgt durch Überweisung auf ein Gehaltskonto