Vorsicht Schufa: Zu viele Girokonten und Kreditkarten schaden der Bonität

Girokonten mit attraktiver Guthabenverzinsung und hochverzinste Kreditkartenkonten dienen immer häufiger als Ersatz für klassische Tagesgeldkonten. Die oft sehr attraktiven Angebote haben jedoch einen Haken: Sie werden der Schufa gemeldet und können in größerer Anzahl die persönliche Kreditwürdigkeit schädigen.

Sie etablieren sich als Top-Alternative zum Tagesgeld: Hohe Guthabenzinsen machen Kreditkarten und Girokonten auch als Geldanlage interessant. Beispiele dafür gibt es genügend: Die Ikano Bank stand mit ihrer „Rote MasterCard“ lange auf Platz Eins im Tagesgeldvergleich und verzinste Guthaben mit 2,22 Prozent. Studenten erhalten bei der Barclaycard for Students 2,2 Prozent, andere Kunden von Barclaycard können sich über 1,5 Prozent im Jahr freuen.

Das DKB Cash Girokonto bietet 1,65 Prozent Zinsen für Guthaben, die auf dem angeschlossenen Kreditkartenkonto angelegt werden. Und die Netbank zahlt immerhin 1,6 Prozent Zinsen direkt auf dem Girokonto, wenn dieses als Gehaltskonto genutzt wird.

Ein ähnlich sorgloser Umgang wie mit klassischen Tagesgeldkonten ist bei diesen Produkten allerdings nicht empfehlenswert. Die Kontoeröffnung ist nur mit einem entsprechenden Vermerk bei der Schufa möglich. Diese erfährt vom Kontoantrag und der späteren Eröffnung ebenso wie vom eingeräumten Kreditrahmen.

Grundsätzlich ist das nicht problematisch: Bei solchen Einträgen handelt es sich um Positivmerkmale, die bis zu einer gewissen (aufgrund der verschwiegenen Politik der Schufa nicht exakt bestimmbaren) Häufung eher positiv auf die Bonitätseinstufung wirkt als negativ. Werden ständig neue Girokonten und Kreditkarten mit Teilzahlungsfunktion eröffnet, nimmt die Kreditwürdigkeit jedoch zwangsläufig Schaden, auch wenn es nicht zu einer Vertragsverletzung kommt.

Die Schufa wertet zu viele Girokonten ebenso wie deren häufigen Wechsel als möglichen Hinweis auf Zahlungsprobleme. Auch häufige Anträge auf Produkte des Zahlungsverkehrs und Finanzierungsprodukte werden gespeichert: Ein Jahr lang bleiben Anträge in der Datenbank, auch wenn sie für anfragende Unternehmen bereits nach 10 Tagen nicht mehr sichtbar sind. Das schlägt sich in den Branchenscores der Auskunftei nieder, die Banken vor der Eröffnung von Konten abfragen. Die Scores sind das Ergebnis statistischer Verfahren, mit denen sie Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls eingeschätzt werden soll.

Sinkende Scores führen irgendwann zu einer Ablehnung von Verträgen oder sogar zur Kündigung bestehender Konten und Kreditrahmen. Selbst die Kündigung eines Ratenkredits ist nicht ganz auszuschließen. Banken behalten sich in den Vertragsbedingungen stets eine Kündigung aus wichtigem Grund vor – ein solcher liegt zum Beispiel bei einer deutlich verschlechterten Bonität des Kreditnehmers vor.

Auch darüber hinaus kann ein Schaden an der Kreditwürdigkeit zu Problemen führen. Nicht nur Banken, sondern auch Telekommunikationsunternehmen und Händler beziehen Informationen von der Schufa. Bei zu vielen Konten und Kreditkarten wird die nächste Nullprozentfinanzierung im Elektronikmarkt möglicherweise abgelehnt.

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