Inflation und Tagesgeld: Fakten für Anleger

Die Inflation ist für Sparer ein Risiko. Wer in Tagesgeld und Festgeld investiert, ist der Teuerungsrate schutzlos ausgeliefert. Die Inflation schmälert die reale Rendite und kann bei zu niedriger Verzinsung unterm Strich sogar zu einem Kaufkraftverlust führen. Wer die wichtigsten Zusammenhänge kennt, kann den Schaden jedoch in Grenzen halten.

Der Laufkraftverlust durch Inflation wird häufig unterschätzt. Besonders für die langfristige Planung ist er aber wichtig. Bei drei Prozent Inflation im Jahr verliert Vermögen binnen 10 Jahren mehr als ein Viertel seiner Kaufkraft. Deshalb ist es geradezu fahrlässig, nicht benötigte Gelder auf Sparbüchern und Girokonten mit 0,0 bis 0,5 Prozent Zinsen im Jahr anzulegen.

Sparer sollten stets versuchen, eine positive Realverzinsung nach Steuern zu erzielen. Die Realverzinsung ergibt sich aus der Differenz von Zinssatz und Inflationsrate. Bei 5 Prozent Zinsen und 3 Prozent Inflation beträgt der Realzins zum Beispiel 2 Prozent. Beim Realzins nach Steuern wird zusätzlich die Kapitalertragssteuer abgezogen. Die Steuer berücksichtigt die Inflation nicht und bezieht sich auf die nominalen Zinserträge.

Inflation vernichtet Vermögen schleichend, aber konsequent

Dieser auch als „kalte Progression“ bekannte Effekt ist für Anleger nachteilig. Ein Fallbeispiel. Ein Sparer legt 20.000 Euro zu 5 Prozent Zinsen für ein Jahr lang an und erhält somit 1000 Euro Zinsen. Von 1000 Euro Zinsertrag oberhalb des Freibetrages verbleiben nach Abzug von Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag noch 736,25 Euro. Das Kontoguthaben ist nach Steuern somit auf 20.736,25 Euro angewachsen. Beträgt die Inflation im selben Zeitraum 3 Prozent, beläuft sich der reale Ertrag auf gerade einmal 136,25 Euro und damit nicht einmal 0,7 Prozent. Zur Erläuterung: Bei einem Anlagebetrag in Höhe von 20.000 Euro und 3 Prozent Inflation müssen kalkulatorisch 600 Euro Kaufkraftverlust abgezogen werden.

Inflation führt zu steigenden Zinsen

Beruhigend ist, dass es einen positiven Zusammenhang zwischen der Inflationsrate und dem Zinsniveau gibt. Steigen die Preise stark an, strafft die Europäische Zentralbank die Geldpolitik und erhöht die Leitzinsen. Das wiederum führt zu steigenden Zinsen am Geldmarkt, woraufhin Banken die Zinssätze für Tagesgeld erhöhen.

Das Zinsniveau verändert sich meistens in bestimmten zyklischen Mustern. Vereinfacht ausgedrückt ist Tagesgeld besonders empfehlenswert, wenn das Zinsniveau sehr niedrig ist. Bei guten Anbietern sind dann immer noch Zinsen erhältlich, mit denen sich die Inflation zumindest annähernd ausgleichen lässt. Durch die jederzeitige Verfügbarkeit ist es anders als bei Festgeldanlagen möglich, von wieder steigenden Zinsen zu profitieren: Entweder die eigene Bank erhöht die Zinsen oder es wird zu einem anderen Anbieter gewechselt.

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