Tagesgeld FAQ – Wichtige Fragen und Antworten

1. Wie werden Tagesgeldzinsen versteuert?

Zinserträge müssen beim Tagesgeldkonto wie bei allen anderen Geldanlagen versteuert werden. Relevant ist in diesem Zusammenhang die noch recht junge Abgeltungssteuer, die in Deutschland im Jahr 2009 an die Stelle der früher erhobenen Kapitalertragssteuer getreten ist. Die Abgeltungsteuer beläuft sich auf 25 Prozent. Anleger kommen in den Genuss eines so genannten Sparerfreibetrags.

2. Was ist ein Tagesgeld Referenzkonto?

Um ein Tagesgeldkonto nutzen zu können, wird von den Kunden fast ausnahmslos ein so genanntes Referenzkonto verlangt. Dieses ist üblicherweise ein normales Girokonto. Viele Institute akzeptieren hier alle Kontomodelle, nur in Einzelfällen fordern Tagesgeldanbieter ein Konto aus der eigenen Produktpalette. Finanziell und in praktischer Hinsicht kann sich dieses Konto für die Anleger mitunter lohnen.

3. Was ist Tagesgeld-Hopping?

Regelmäßige Zinsveränderungen sind im Tagesgeldsektor an der Tagesordnung. Viele Verbraucher nutzen daher mehrere Tagesgeldkonten parallel, um zügig ohne lange Eröffnungsmodalitäten auch kurzfristige Sonderkonditionen für sich nutzen zu können. wechselt ein Bankkunde ständig zwischen verschiedenen Konten auf dem Markt, spricht man neudeutsch vom so genannten Tagesgeld-Hopping.

4. Gibt es beim Tagesgeld Kosten?

Gebühren für die Kontoeröffnung oder die Führung eines Tagesgeldkontos sind vor allem aufgrund des zunehmend stärkeren Wettbewerbs zwischen den nationalen und internationalen zahllosen Anbietern inzwischen eher eine Seltenheit. Dennoch sollten Anleger die Konto-Konditionen stets auf Kontoführungsgebühren, um allen Eventualitäten vorzubeugen.

5. Was bedeutet Einlagensicherung?

Gerät eine Bank in eine finanzielle Schieflage, sind auch die Gelder der Anleger grundsätzlich gefährdet. Damit die Anleger gegen Verlustrisiken geschützt sind, wurde die so genannte Einlagensicherung entwickelt. In Deutschland besteht aktuell einerseits eine gesetzliche Einlagensicherung bis zu einer Summe von 50.000 Euro pro Kunde. Darüber hinaus beteiligen sich die meisten Institute über die Branchenverbände an freiwilligen Fonds, die zum Teil auch in Millionenhöhe gegen Ausfälle absichern.

6. Gibt es beim Tagesgeld eine Mindesteinlage oder Maximaleinlage?

Mindesteinlagen und entsprechend Maximaleinlagen sind durchaus ein beliebtes Mittel bei Banken, um so bestimmte Zielgruppen mit einem Tagesgeldkonto anzusprechen. Einfluss haben können vor allem die Obergrenzen auch insofern, dass Anleger zwar auch größere Summen investieren können, dafür aber nur noch eine geringere Verzinsung erhalten für ihr Kapital auf dem Tagesgeldkonto. Die Mindesteinlagen liegen in der Regel bei höchstens 5.000 Euro, meist aber darunter. Auch verzichten viele Institute inzwischen auf derartige Anforderungen für die Kontonutzung.

7. Wann erfolgt die Tagesgeld Zinsgutschrift?

Wie bei allen Geldanlagen, die der Markt zu bieten hat, finden sich auch beim Tagesgeldkonto die Zinsgutschrift betreffend verschiedene Modelle. Üblich sind etwa monatliche oder jährliche Zinsgutschriften. Sofern die Anleger ihr Kapital frühzeitig wieder aus dem entsprechenden Tagesgeldkonto abziehen, erfolgt eine tagesgenaue Abrechnung der Erträge, zudem werden diese vielfach direkt angewiesen. Bei Aktionsangeboten mit langfristiger Tagesgeld-Zinsbindung können Auszahlungen am Laufzeitende vorgesehen sein. Günstig für die Anleger sind möglichst kurze Gutschrift-Intervalle, weil sie so vom Zinseszinseffekt profitieren und schnell auch die Zinserträge investieren können.

8. Wie erhalte ich Tagesgeld Kontoauszüge?

Unterschiede hinsichtlich des Bezugs der Kontoauszüge gibt es je nach dem, für welche Variante der Kontoführung sich die Anleger beim Tagesgeldkonto entschieden haben. Wer ein Online-Konto nutzt, wird seine Kontoauszüge meist per Online-Banking einsehen oder diese in regelmäßigen zeitlichen Abständen elektropostalisch im PDF- oder anderen Formaten per E-Mail erhalten. Kunden, die ihre Konten bei einer Filialbank führen, erhalten Kontoauszüge nach wie vor häufig auf dem Postweg, können diese aber ebenfalls online abrufen. Für den Postversand werden in etlichen Fällen Gebühren erhoben. Zudem können Kontoauszüge von fast allen Kunden über das Terminal-Netz der eigenen Bank am Automaten beziehen, um sich über Kontobewegungen zu informieren. Inzwischen können Auszüge vielfach auch im SMS-Format aufs Handy gesendet werden.

9. Gibt es versteckte Kosten beim Tagesgeld?

Überall dort, wo es ums Geldverdienen geht, finden sich schwarze Schafe, die möglichst viel an den Kunden verdienen möchten. Dazu werden gerne versteckte Kosten eingesetzt. Kontoführungsgebühren (oft unter bestimmten Bedingungen wie etwa einer Mindesteinlage), Kosten für die Kündigung des Tagesgeldkontos oder Gebühren für ein notwendiges Referenzkontos sind drei der möglichen Kostenfaktoren. Enttarnen können Anleger schlechte Angebote problemlos und zügig mit dem Tagesgeldrechner, um stets nur rentable Produkte für sich arbeiten zu lassen.

10. Gibt es auch ein Online-Tagesgeldkonto?

Es gibt nicht nur Online-Konten im Tagesgeldsektor, diese Modelle sind vielmehr so etwas wie der boomende Zweig der Branche. Vorteile bieten die Konten für die Banken und die Anleger zugleich. Banken können beim Angebot per Internet die eigenen Kosten für Mitarbeiter und Service sparen. Die Anleger im Gegenzug können zu jedem Zeitpunkt und von jedem Ort der Welt auf ihr Konto zugreifen und jederzeit ein neues Tagesgeldkonto eröffnen vom heimischen PC aus. Außerdem sind durch das Web auch Konten ausländischer Anbieter interessant geworden für die deutschen Kunden. Zumindest, wenn die gebotene Einlagensicherung stimmt.

11. Gibt es Tagesgeld auch für Firmen / Firmenkunden?

Wie private Kunden werden auch die gewerblichen Kunden von den Banken umworben. Für die Banken ist es unwesentlich woher die Einlagen kommen. Genau genommen sind Gewerbetreibende und Firmen als Kunden mit einem Tagesgeldkonto sogar sehr beliebt, weil sie oftmals deutlich höhere Summen einzahlen als private Kontonutzer. Die Verzinsung kann bei hohen Summen sowohl negative als auch positive Veränderungen erleben. Manche Bank bietet zusätzliche Tagesgeldkonten für die geschäftliche Nutzung an, bei diesen Konten stehen mitunter weitere Zusatzleistungen auf dem Programm.

12. Wie das Tagesgeldkonto kündigen?

Da die große Mehrheit der Tagesgeldkonten auf dem deutschen Markt inzwischen kostenlos angeboten wird, können Anleger ihr Konto auch zu jedem beliebigen Datum wieder kündigen. Wichtig ist die Beachtung von Fristen jedoch bei solchen Konten, die noch mit monatlichen Gebühren verbunden sind. Ist hier eine entsprechende Frist versäumt, kann es zu weiteren unerfreulichen Folgekosten kommen, bis die nächste Möglichkeit zur Kündigung besteht. Die Kündigung an sich lohnt sich für die Kunden, weil Neukunden mitunter bessere Zinssätze erhalten als Bestandskunden. Ungenutzte Konten sollten also nicht zu lange gehalten werden.

13. Wie sieht die Verfügbarkeit meiner Einlagen aus?

Der Name Tagesgeldkonto lässt es bereits vermuten: Die meisten Konten aus diesem Sektor zeichnen sich dadurch aus, dass die Anleger jederzeit – also quasi von einem auf den anderen Tag – über ihr Kapital verfügen können. In der Realität allerdings gibt eine Ausnahmen von dieser Regel. So sehen besondere Aktionsmodelle hin und wieder eine Bindung auf bestimmte Dauer vor. Auch ist es durchaus keine Seltenheit, dass bei Tagesgeldkonten pro Tag nur bestimmte Beträge abgebucht werden können auf das zugehörige Referenzkonto. Apropos Referenzkonto: Wenn dieses bei einer Bank geführt wird als der, bei der die Kunden ihr Tagesgeldkonto eröffnet haben, kann es eventuell zu zeitlichen Verzögerungen beim Geldtransfer zwischen den Konten kommen.

14. Was ist das Post-Ident-Verfahren?

Wer sein Konto in einer Filiale eröffnet, kennt die übliche Prozedur, in deren Verlauf die Kunden ihren Personalausweis oder einen gültigen Reisepass vorlegen müssen. Wird das Tagesgeldkonto indes online eröffnet, sind andere Wege der Legitimation gefragt, denn die Banken sind rechtlich gezwungen die Identität der Kunden zu prüfen. Das so genannte Post-Ident-Verfahren ersetzt quasi den persönlichen Kontakt zwischen Kunden und Banken. Die Überprüfung der Kundendaten erfolgt hier durch die Mitarbeiter der Deutschen Post, durch die eine Bestätigung der Kundenangaben erfolgt. Kontonutzer versenden ihre Kontounterlagen per Post, die ihrerseits als Vertragspartner der Banken die Identifikationsarbeit erledigt.

15. Was muss man bei Tagesgeld Neukundenangebote beachten?

Neukundenofferten sind in vielen Fällen eine gute Möglichkeit für die Verbraucher, höhere Zinsen zu erhalten, als zum Zeitpunkt der Kontoeröffnung eigentlich durchschnittlich üblich ist auf dem Markt. Prüfen müssen die Kunden aber, ob das Konto mit möglichen Bedingungen wie einem kostenpflichtigen Girokonto, Grundgebühren oder anderen Kosten verbunden ist, durch die Renditen erheblich sinken könnten. Ansonsten finden sich in diesem Bereich häufig ausgesprochen gute Zinskonditionen. Ist die Aktionsphase vorbei, steht dem Verlagern der Mittel auf ein anderes Konto nichts im Wege.

16. Gibt es Tagesgeld für Minderjährige, Schüler und Studenten?

Auch Minderjährige können mit einem Tagesgeldkonto rentabel Ersparnisse anlegen. Einzelne Anbieter sprechen die jugendliche Klientel direkt an. Bei der Mehrheit der Banken ist indes die Mithilfe der Erziehungsberechtigten gefragt, damit das Tagesgeldkonto eröffnet und genutzt werden kann. Für Studenten und volljährige Schüler gelten die üblichen Bedingungen, die für alle erwachsenen Kunden zugrunde gelegt werden.

17. Was ist der EURIBOR / EONIA?

Auch die Zinssätze der Tagesgeldkonten werden durch verschiedene andere wirtschaftliche Faktoren beeinflusst. So wirken sich etwa Veränderungen beim Euribor-Zinssatz bzw. den Euribor-Zinssätzen auf das durchschnittliche Zinsniveau im Tagesgeldbereich aus. Die Euro Interbank Offered Rate (Euribor) errechnet sich bei verschiedenen Laufzeiten aus den Zinssätzen für Anleihenprodukte, die bei 57 europäischen Instituten in der Gemeinschaftswährung Euro gehandelt werden. Der zweite einflussreiche Wert – der Eonia oder auch Euro OverNight Index Average – wird im Zusammenhang mit dem Internetbankenbereich kalkuliert. Hier werden die Zinssätze von 43 Banken zugrunde gelegt, die sich auf die wechselseitige Darlehensvergabe zwischen den Instituten beziehen.

18. Tagesgeld auch im Ausland?

Insbesondere über das Internet sind die Chancen der Anleger auf hohe Renditen mit dem Tagesgeldkonto deutlich gestiegen. Auch ausländische Institute buhlen um die Gunst der Anleger. Zum Teil sind die Zinssätze bei diesen Instituten (die meist Direktbanken sind) weit höher als bei deutschen Banken. Zu Vorsicht ist bei diesen Konten aber vor allem hinsichtlich der gebotenen Einlagensicherung für die Gelder der Anleger geraten.

19. Gibt es Voraussetzungen um ein Tagesgeldkonto zu eröffnen?

Da das Tagesgeldkonto als Kontomodell grundsätzlich nur auf Guthabenbasis geführt werden kann, halten sich die Eröffnungsbedingungen im überschaubaren Rahmen. Meist müssen die Inhaber einen Wohnsitz in Deutschland haben und mit einer Übermittlung ihrer Daten an die Schufa einverstanden sein, auf eine Abfrage bei der Schufa wird hingegen meist verzichtet als Bedingung für die Eröffnung eines Tagesgeldkontos. Bei minderjährigen Kunden muss zusätzlich fast ausnahmslos eine elterliche Zustimmung zur Kontonutzung vorliegen.

20. Wie kann ich meinen Kontostand abfragen?

Auch die Abfrage des eigenen Kontostandes hängt maßgeblich davon ab, auf welche Weise die Verbraucher ihr Tagesgeldkonto führen. Kunden mit einem klassischen Kontomodell können ihren Kontostand traditionell in jeder Filiale in Erfahrung bringen. Online-Kunden können diesen Service zumindest bei Direktbanken nicht in Anspruch nehmen. In allen Fällen ist die Abfrage per Telefon-Hotline möglich. Verstärkt setzen die Banken auch auf moderne Kommunikationswege wie den Versand von Kurznachrichten aufs Mobiltelefon. Und fast immer bieten sich Möglichkeiten fürs Online-Banking, um dort aktuelle Veränderungen des Kontostandes abzurufen.

21. Was ist der Unterschied zwischen Effektivzins und Nominalzins?

Der Effektivzins gibt Aussage über die Rentabilität von Kapitaleinsätzen und berücksichtigt dabei Zahlungen, die innerhalb eines bestimmten Zeitraumes geleistet werden müssen. Beim Nominalzins werden Nebenkosten und Bearbeitungsgebühren nicht mit eingerechnet.