Gibt es Tagesgeld für Minderjährige, Schüler und Studierende?

Auch Minderjährige können mit einem Tagesgeldkonto rentabel Ersparnisse anlegen. Einzelne Anbieter sprechen die jugendliche Klientel direkt an. Bei der Mehrheit der Banken ist indes die Mithilfe der Erziehungsberechtigten gefragt, damit das Tagesgeldkonto eröffnet und genutzt werden kann. Für Studenten und volljährige Schüler gelten die üblichen Bedingungen, die für alle erwachsenen Kunden zugrunde gelegt werden.

Die Frage nach dem Tagesgeld für Minderjährige, Schüler und Studierende ist durchaus berechtigt. Denn den meisten Schülern ist die Frage der Eltern bestens bekannt, ob es nicht sinnvoller wäre, das Taschengeld oder den Verdienst aus dem Nebenjob für wichtige Anschaffungen rentabel anzulegen. Mit den klassischen Sparkonten ist kaum Rendite erzielbar, so dass die Alternative Tagesgeldkonto unbedingt zu prüfen ist. Für volljährige Schüler und Studenten stellt sich Frage, ob Tagesgeldeinlagen eine Option sind.

Natürlich können auch Auszubildende ihre Ersparnisse auf einem Tagesgeldkonto einlegen oder sogar mit mehreren Konten arbeiten, um möglichst hohe Zinserträge erreichen zu können. Explizit für Minderjährige bieten nur wenige Banken ihr Tagesgeldkonto an. In Frage kommt das Kontomodell aber dennoch auch für minderjährige Sparer. So reicht in der Regel die schriftliche Einverständniserklärung bzw. die Vollmacht der Erziehungsberechtigten. Der Ablauf kann in zwei Varianten vonstatten gehen.

In einigen Fällen müssen die Eltern ein gesondertes Formular ausfüllen. Mitunter müssen die Eltern aber einfach nur auf dem Antrag zur Kontoeröffnung ihre Erlaubnis erteilen, damit Minderjährige ein Tagesgeldkonto nutzen können. Diese Dokumente werden dann bei der Bank eingereicht.

Handelt es sich um Tagesgeld bei einer Direktbank, muss die Einverständniserklärung im Verlaufe des so genannten Post-Ident-Verfahrens samt Personalausweis des oder der Erziehungsberechtigten eingereicht werden. Auch der Ausweis des minderjährigen Kontonutzers (alternativ je nach Alter des Kindes reicht die Geburtsurkunde) muss für den Identifizierungsprozess durch die Mitarbeiter der Post eingereicht werden.

All diese Unterlagen müssen natürlich auch bei der persönlichen Kontoeröffnung bereitgehalten werden. Dass das Tagesgeldkonto auch für Minderjährige problemlos eröffnet werden kann, hat einen guten Grund. Nicht-volljährige Bankkunden dürfen ohnehin nur Konten auf Guthabenbasis führen. Eine Schuldenproblematik kann sich somit nicht ergeben. Übrigens ist die Frage nach dem Tagesgeldkonto für den Nachwuchs noch in anderer Hinsicht interessant.

Eltern, die aufgrund hoher Umsätze aus Geldanlagen möglicherweise Probleme mit den Grenzen für den so genannten Sparerfreibetrag haben könnten, haben so die Chance, die steuerliche Anrechnung ein stückweit zu umgehen, indem sie die Ersparnisse im Namen des Kindes anlegen.

Das Wichtigste zum Tagesgeld für Schüler und Studenten im Überblick:

  • in Ausnahmefällen können Minderjährige ein Tagesgeldkonto allein eröffnen
  • meist Einverständniserklärung der Eltern erforderlich
  • Geburtsurkunde oder Ausweis des minderjährigen Kontoinhabers sowie Ausweis der Eltern bei Legitimation nötig (sowohl bei Filialen als auch bei Post-Ident-Abwicklung)
  • Tagesgeldkonto ideale Alternative zum traditionellen Sparbuch
  • Möglichkeit für Eltern, eigenes Kapital steuerfrei anzulegen

Rechtliche Rahmenbedingungen

Kinder und Jugendliche zwischen sieben und siebzehn Jahren gelten nach § 106 BGB als beschränkt geschäftsfähig. Dieser rechtliche Status bezieht sich auch auf die Eröffnung eines Tagesgeldkontos. Die minderjährigen Sparer können selbstständig ein Tagesgeldkonto eröffnen, wenn sie die Vollmacht ihrer gesetzlichen Vertreter vorlegen. Falls die Eltern das Kind nicht zur Kontoeröffnung bevollmächtigt haben, bleibt der Kontoeröffnungsantrag für zwei Wochen schwebend unwirksam. In dieser Zeit können die gesetzlichen Vertreter der Kontoeröffnung nachträglich zustimmen, damit der Vertrag mit der Bank wirksam wird. Gegen Vorlage der Geburtsurkunde können Eltern, Großeltern und andere Verwandte auch ein Tagesgeldkonto für ein neugeborenes Kind eröffnen. Als gesetzliche Vertreter eines Kindes gelten:
  • die leiblichen Eltern
  • die Adoptiveltern
  • ein Elternteil mit dem alleinigen Sorgerecht
  • ein Vormund, falls die Eltern die gesetzliche Vertretung nicht ausüben
Wenn die Eltern oder Adoptiveltern und das Kind, das ein Tagesgeldkonto eröffnen möchte, denselben Nachnamen tragen und unter derselben Adresse leben, gehen die Banken davon aus, dass es sich um die gesetzlichen Vertreter handelt. Trotzdem muss in der Regel zur Kontoeröffnung die Geburtsurkunde eingereicht werden. Für Kontoinhaber, die das 15. Lebensjahr vollendet haben, lassen sich die Banken und Sparkassen außerdem den Personalausweis des Minderjährigen vorlegen oder fordern eine Kopie des Ausweises an. Zur Kontoeröffnung muss die Unterschrift von beiden Elternteilen vorliegen. Ist das nicht möglich, verlangen die Kreditinstitute einen Nachweis über die fehlende Unterschrift. Dieser Nachweis kann zum Beispiel in Form einer Vollmacht, einer Scheidungsurkunde oder einer Sterbeurkunde erbracht werden. Neben einem Tagesgeldkonto bieten die Banken und Sparkassen auch ein Sparkonto oder ein Depot zur Geldanlage für minderjährige Kunden an. Bei einigen Anbietern verpflichtet die Eröffnung eines Tagesgeldkontos für Kinder und Jugendliche gleichzeitig zur Eröffnung eines Depots.

Einzahlungen

Einzahlungen auf das Tagesgeldkonto kann der minderjährige Kontoinhaber alleine tätigen. Allerdings sind die Banken bei größeren Beträgen im Rahmen des sogenannten Geldwäschegesetzes verpflichtet, nach der Herkunft des Guthabens zu fragen (https://www.gesetze-im-internet.de/gwg_2008/).

Verfügungen: freie Abbuchungen nur bei geringen Beträgen – der Taschengeldparagrap

Bei Verfügungen zulasten des Tagesgeldkontos kann der Minderjährige nicht in jedem Fall frei handeln. Beträge, die ungefähr dem üblichen Taschengeld seiner Altersgruppe entsprechen, dürfen ohne Zustimmung der Eltern abgehoben werden. Die entsprechende gesetzliche Regelung findet sich in § 110 BGB, der auch als Taschengeldparagraph bezeichnet wird (http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__110.html). Möchte der jugendliche Sparer einen größeren Betrag abheben, müssen die Eltern der Abhebung zustimmen.

Kontoeröffnung durch Großeltern, Paten, Onkel und Tanten

Auch Großeltern, Paten, Onkel und Tanten können ein Tagesgeldkonto für den Nachwuchs eröffnen. Dazu wird ein Vertrag zugunsten Dritter auf den Namen des Minderjährigen abgeschlossen. Bis zur Volljährigkeit des Begünstigten erhalten die gesetzlichen Vertreter die Verfügungsberechtigung über das Konto. Einzahlungen hingegeben können von jedermann vorgenommen werden. Die Schenkenden dürfen jedoch das Guthaben nicht grundlos wieder zurückfordern. Das Finanzamt könnte sonst einen Missbrauch der legalen Gestaltungsmöglichkeiten unterstellen und Nachforschungen wegen Steuerhinterziehung einleiten. Eltern, die aus steuerlichen Gründen ein Tagesgeldkonto für ihre Kinder eröffnen, sollten genau auf die Verzinsung achten. Einige Anbieter verzinsen die Guthaben auf einem Juniorkonto oder Kinderkonto nicht so hoch wie die Guthaben auf den Konten der erwachsenen Sparer. Die Konten für Minderjährige sind nur als Einstieg in die Bankenwelt gedacht, um die Kinder und Jugendlichen später als Kunden zu gewinnen.

Ein Kommentar zu “Gibt es Tagesgeld für Minderjährige, Schüler und Studierende?

  1. „Der Ablauf kann in zwei Varianten vonstatten gehen. In einigen Fällen müssen die Eltern ein gesondertes Formular ausfüllen und“ – danke! *g*

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