Tagesgeld in der Schweiz – wie Sie Ihre Euros legal in Schweizer Franken anlegen

In diesem Ratgeber lernen Sie, was Sie als deutscher Anleger bei einer Investition von Tagesgeld auf einem Konto in der Schweiz beachten müssen.

Kann ich mein Geld legal in Schweizer Franken auf einem Tagesgeldkonto anlegen?

Ja, jede erwachsene Person kann grundsätzlich ein Tagesgeldkonto in der Schweiz in Schweizer Franken, Euro, US-Dollar etc. eröffnen. Ein Konto in der Schweiz ist legal und sicher. Die Schweiz hat eines der strengsten Bankgeheimnisse (Bankkundengeheimnis) weltweit, nicht umsonst wird bei den Schweizern knapp ein Drittel des Weltvermögens verwaltet! Die Bekämpfung der Geldwäsche wird sehr ernst genommen.

Wie kann ich ein Tagesgeldkonto in der Schweiz online eröffnen?

Es gibt verschiedene Anbieter im Internet, die Dienstleistungen zur Tagesgeld-Kontoeröffnung in der Schweiz anbieten. Die notwendigen Dokumente lassen sich aber bei vielen Banken direkt telefonisch oder online über deren Website abfragen. Für die Eröffnung eines Tagesgeldkontos werden immer Original-Dokumente benötigt, eine komplett elektronische Kontoeröffnung ist nicht möglich. Das bedeutet aber nicht, dass Sie in die Schweiz reisen müssen!

Wie läuft die Eröffnung eines Kontos in der Schweiz ab?

Sie fordern die Unterlagen bei der Bank an und erhalten diese auf dem Korrespondenzweg zugestellt. Die Bank prüft Ihre Identität und verlangt dafür eine echtheitsbestätigte Kopie eines Identifikationsdokuments (Pass, Identitätskarte, Führerausweis o. ä.), Ihre Wohnsitzadresse wird durch Postzustellung geprüft. Allenfalls stellt die Bank Fragen, um der gesetzlich vorgeschrieben Sorgfaltspflicht Rechnung zu tragen (bspw. Herkunft der Gelder, Geschäftstätigkeit, finanzielle Verhältnisse, üblicherweise getätigte Transaktionen, …).

Wie viel Geld muss ich mindestens anlegen und lohnt sich die Tagesgeld Anlage, um gute Zinsgewinne zu erzielen?

Universalbanken wie zum Beispiel die Credit Suisse und UBS haben generell eine tiefere Mindesteinlage als Privatbanken. Eine Tagesgeldkonto-Eröffnung in der Schweiz macht in der Regel erst ab einem Vermögen von bspw. 50’000 Schweizer Franken (CHF) Sinn. Zwischen der Schweiz und Deutschland bestehen keine großen Unterschiede im Zinsniveau, diese sind primär abhängig von der gewählten Bank. Wechselkurse von EURO und CHF sowie die schweizerische Verrechnungssteuer machen es dem durchschnittlichen Anleger aber nicht leicht, die möglichen Zinsgewinne abzuschätzen.

Aktuell nur geringe Zinsen

Der Schweizer Franken dient weltweit als Fluchtwährung und wir deshalb ganz besonders in Krisenzeiten stark nachgefragt. Krisenzeit herrscht an den Finanzmärkten aber seit 2008 – mit mehr oder weniger größeren Ausschlägen. Damit der CHF nicht noch stärker nachgefragt und damit aufgewertet wird, versucht die Schweizer Nationalbank den Franken als Fluchtwährung unattraktiv zu machen: indem sie die Zinsen für Girokontoguthaben bei der SNB negativ festsetzt. Dies wirkt sich dann auch bei den Banken durch eine sehr geringe oder eben keine Verzinsung (bis hin zu Negativzinsen) von Bankguthaben aus (höhere Zinsen gibt es bei anderen Währungen, mehr Infos gibt unser Fremdwährungskonto Ratgeber). In der Abbildung 1 ist die Verzinsung von Konten bei der USB dargestellt.

 

So werden Tagesgeld Guthaben bei der UBS in der Schweiz verzinst

 

Abb. 1: Übersicht der Zinssätze bei der USB Schweiz. Quelle: ubs.com

Wie sieht die Einlagensicherung in der Schweiz hinsichtlich Tagesgelder aus?

Auch bei einem unwahrscheinlichen Konkurs einer Bank deckt der Staat einen Teil des Risikos ab. Diese Sicherheit ist für den Finanzplatz Schweiz besonders wichtig und in der Gesetzgebung verankert. Auch bei Scheidungen, Pfändungen, Erbfällen, Firmeninsolvenzen etc. wird das Schweizer Bankkonto nicht offengelegt. Bei der Eröffnung eines Schweizer Kontos erfolgt auch keine Meldung bzw. Abfrage an deutsche oder ausländischen Behörden wie zum Beispiel die Schufa. Einige Banken publizieren aber die Konten von Ausländern öffentlich, erkundigen Sie sich deshalb sicherheitshalber vorher.

Wie muss ich mein Schweizer Konto versteuern?

Aufgrund des Bankgeheimnisses wird in der Schweiz eine sogenannte Verrechnungssteuer von 35% vom Zinsertrag eines Kontos abgezogen. Diesen Betrag kann der Kontoinhaber zurückfordern, indem er die Steuererklärung korrekt ausfüllt. Die in Deutschland fällige Abgeltungssteuer fällt bei Kapitalanlagen im Ausland im Zuge der Einkommensteuererklärung an und wird am Ende des Jahres fällig.

Welche Schweizer Banken sind für die Eröffnung eines Kontos empfehlenswert?

Wählen Sie eine Bank, welche von den Rating-Agenturen Standard & Poor’s oder Moody’s gut bewertet wird. Stellen Sie sich dabei die Frage, ob Sie Ihr Vermögen bei einer Großbank wie der UBS oder Credit Suisse investieren wollen, oder eher bei einer kleineren Privatbank wie der Bank Vontobel, LGT oder Bank Sarasin. Großbanken bieten sämtliche Arten von Finanzdienstleistungen für Private und Unternehmen, während Privatbanken auf schweizerische und internationale Privatpersonen spezialisiert sind und eine höhere Mindesteinlage fordern.

Wie heißen Tagesgeldkonten in der Schweiz?

Tagesgeldkonten werden in der Schweiz Privatkonten oder „Callgeldkonten“ genannt. Mit Tagesgeld kann man sein Guthaben kurzfristig anlegen und dabei flexibel darüber verfügen. Das Konto ist wie ein Girokonto mit Guthabenverzinsung anzusehen. Nicht benötigtes Geld sollte aber nicht permanent auf einem Tagesgeldkonto liegen, da es lukrativere Möglichkeiten gibt.

Wo finde ich weitere Informationen?

Die schweizerische Bankiersvereinigung swissbanking.org bietet eine Mitgliederliste an, und das Portal banken-test.ch hat ebenfalls weitere Informationen zur Hand.

3 thoughts on “Tagesgeld in der Schweiz – wie Sie Ihre Euros legal in Schweizer Franken anlegen

  1. Na ja, aktuell ist eine Tagesgeldkonto Eröffnung in der Schweiz wohl für Bundesbürger wenig lukrativ. Der Grund sind die negativen Zinssätze der Schweizer Notenbank, die hier http://www.snb.ch/de/iabout/stat/statpub/zidea/id/current_interest_exchange_rates eingesehen werden können. Denn im Juni 2015 liegt der Leitzins bei -0,75%. Und deshalb gibt es wohl bei kaum einer Bank in der Schweiz noch nennenswerte Zinsen für Cash auf einem Tagesgeldkonto in Schweizer Franken. Aufgrund der Wechselkursproblematik (Aufwertung des CHF gegenüber dem EURO) fährt die Schweizer Notenbank diesen rigiden Zinskurs, der sich wegen der kriselnden wirtschaftlichen Entwicklung in der Eurozone in der nächsten Zeit so schnell nicht ändern wird.
    Auch die Anlage in anderen Währungen dürfte in der Schweiz zumindest unter dem Gesichtspunkt der Rendite, wenig lukrativ sein. Damit scheint die Schweiz als Kapitalanlagemöglichkeit für täglich verfügbares Geld, was landessprachlich oft als Callgeld bezeichnet wird, ausfallen.

  2. lohnt sich bei den Zinsen aktuell gar nicht – es sei denn man vertraut dem Euro nicht und will aus dem Euro mit einem Teil seines Vermögens raus.
    Ausserdem sind Devisenanlagen immer mit einem Kursrisiko verbunden

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