Zinsradar: Auch im Oktober keine Wende auf dem Tagesgeldmarkt

Die Licht- und Wetterverhältnisse des nahenden Winters ändern sich, die Situation am Tagesgeldmarkt nicht. So könnte der Status Quo im Oktober auf den Punkt gebracht werden. Eine nachhaltige Wende hin zu höheren Zinsen, die das Ende der Niedrigzinsphase einläuten könnte, ist nicht in Sicht.

Nach wie vor ist der Markt von Licht und Schatten geprägt. Auf der einen Seite stoßen immer wieder vereinzelt Banken mit attraktiven Konditionen hervor, die Hoffnung machen. Diese Hoffnungen werden jedoch – und das ist die andere Seite – schnell wieder zunichte gemacht.

Beispiel GE Capital Direkt: Nach dem fulminanten Start Anfang Juli folgte ein Rücktritt auf Raten von der Spitze des Marktes. Nachdem zuerst der Zinssatz von 2,25 auf 2,1 Prozent p.a. gesenkt wurde, führte die GE Capital einen Maximalbetrag in Höhe von 250.000 Euro ein, der kurze Zeit später auf 75.000 Euro herabgesetzt wurde.

Neu in der Spitzengruppe ist die AXA-Bank, die zuvor Zinsen weit unter dem ohnehin mickrigen Geldmarktniveau gezahlt hatte. Sie bietet nun 2,3 Prozent Zinsen p.a. und garantiert diese Konditionen bis zum 31. Januar 2011. Der Zinssatz gilt für Guthaben bis 500.000 Euro, die über den Einlagensicherungsfonds geschützt sind. Achtung: Damit der Zins gilt, müssen mindestens 10.000 Euro angelegt werden. Das Geld darf in den zurückliegenden 90 Tagen nicht bei der AXA-Bank angelegt gewesen sein.

Auch bei der Hanseatic Bank wird wieder verstärkt um neue Gelder geworben. Das Institut zahlt 2,0 Prozent Zinsen und garantiert den Zinssatz für die ersten 4 Monate nach der Kontoeröffnung. Teilnahmeberechtigt sind Anlagen, die in den 120 Tagen zuvor nicht auf Konten der Hanseatic Bank angelegt waren.

Ganz weit vorn im Tagesgeldvergleich sind weiterhin die Bank of Scotland und die Ikano Bank. Bei den Briten sind 2,2 Prozent Zinsen (ohne irgendwelche Einschränkungen) und 30 Euro Startguthaben erhältlich. Die Ikano Bank zahlt für Guthaben auf ihrem Kreditkartenkonto weiterhin 2,22 Prozent p.a.

Auffällig ist, dass Banken die von der Konkurrenz gesetzte Zinsobergrenze am Markt nur um jeweils wenige Basispunkte überschreiten müssen, um umgehend auf große Resonanz zu stoßen. Das macht fürs Erste wenig Hoffnung auf eine fundamentale Kehrtwende am Tagesgeldmarkt. Das Beispiel der AXA-Bank aber zeigt, dass sich stets neue Möglichkeiten auftun, mit denen zumindest ein Inflationsausgleich bewerkstelligt werden kann.

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